Israel-Bild von Maria Keller

Dieses Bild hat für mich persönlich eine sehr lange Geschichte: ich komme aus einer Familie, in der Israel immer eine sehr große und wichtige Rolle spielte. In meiner Kindheit bekamen wir regelmäßig die »Nachrichten aus Israel«, die ich immer mit großem Interesse las. Als ich ungefähr zwölf Jahre alt war, habe ich dort eine Zeichnung gesehen, auf der Israel beim Tauziehen mit seinen arabischen Nachbarn dargestellt war. Auf der einen Seite sammeln sich alle Nachbarn Israels, auf der anderen Seite steht Israel ganz allein. Aber hinter Israel hält Gott einen Daumen auf das Seil bei Israel. Dieses Bild hat mich als Kind total bewegt.

In den letzten Monaten, als nach dem 7. Oktober Israel in den Nachrichten wieder sehr präsent war und ist und auch die allgemeine Stimmung sich immer mehr gegen Israel richtet, kam dieses Bild in meinen Gedanken wieder hoch. Und als ich im Baumarkt an einer Leinwand vorbeikam, die genau das Format hatte, auf das ein Bild vom Tauziehen draufpasst, war klar: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, dieses Bild zu malen.

Während ich anfing und mich an die Zeichnung erinnerte, die ich vor so vielen Jahren gesehen hatte, wurde mir klar, dass ich einiges anders malen musste…

Auf der Zeichnung, die ich damals gesehen hatte, waren es die arabischen Nachbarn, die gegen Israel im Tauziehen angetreten waren. Jetzt wurde mir klar: Eigentlich sind es heute nicht nur die arabischen Nachbarn, sondern dieses Tauziehen ist in unserer Gesellschaft angekommen. Es sind nicht mehr nur die anderen, die gegen Israel sind. Wenn wir uns die Nachrichten anschauen, ist das »Gegen-Israel-Sein« in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das sind Leute wie du und ich, das sind unsere Nachbarn, das sind ganz normale Menschen. Deswegen seht Ihr an dem Seil nicht nur die arabischen Nachbarn Israels, sondern Junge, Alte, Kinder, Frauen, Männer . Und die ziehen an diesem Seil und sie ziehen an Israel. Unten links steht ein Hamas-Kämpfer. Der wartet darauf, dass die Arbeit für ihn erledigt wird, dass alle Israel verurteilen, dass Israel in den Abgrund und damit in seine Schussweite gezogen wird.

In der Zeichnung aus meiner Kindheit hält Gott den Daumen hinter Israel auf das Seil, damit Israel sicher steht. Als ich das malen wollte, habe ich mir gedacht: Ich vertraue darauf, dass es reicht, wenn Gott den Daumen auf das Seil hält. Aber mir ist es trotzdem lieber, er hält auf meinem Bild beide Hände an dem Seil, denn er steht unverrückbar und fest hinter Israel. Das Seil ist fest in Gottes Hand, er schützt und bewahrt sein geliebtes Volk. Darauf will ich mich verlassen können und vertrauen, aber dafür können wir auch beten.

Maria Keller