Interview mit Silke Faber
26.06.2026 | Kirchvorsteher im Gespräch | Rückblick 2020 - 2026
Im September wird ein neuer Kirchenvorstand (KV) gewählt. Nach 6 Jahren Amtszeit ist das für die aktuellen Kirchvorsteher eine Gelegenheit innezuhalten, zurückzublicken und sich neu auszurichten. Bereits jetzt ist klar, dass einige aus dem höchsten Entscheidungsgremium der Gemeinde ausscheiden werden. In unserer Interviewreihe stellen wir Euch einige ausscheidende Kirchvorsteher und ihre Erlebnisse im Amt vor.
Liebe Silke, wie lange schon engagierst Du Dich im KV?
Meine Mitstreiter und ich sind gerade dabei, gemeinsam das sechste Jahr zu vollenden. 😉
Und mit welchen Anliegen bist Du in den KV gegangen? Was war Dir das damals wichtig?
Also eigentlich war es damals Thomas Piehler, der mich angesprochen und ermutigt hatte, mich auch mal in der Gemeindeleitung zu engagieren. Ich war zwar gespannt, spezielle Anliegen hatte ich aber nicht auf dem Schirm. Die haben sich erst im Laufe der Konstituierung ergeben.
Welche Dinge sind gut gelungen und was ist aus Deiner Sicht noch offengeblieben?
Es hat mich besonders gefreut, dass das Gemeindegebet, das wir Anfang 2021 im Gemeindehaus gestartet haben, viele treue Beter und Begleiter gefunden hat.
Spannend war für mich auch, im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit die Umwandlung von Gemeindebrief und Newsletter in ein frisches neues Corporate Design zu erleben und mit dazu beitragen zu dürfen.
Besonders gesegnet empfand ich v.a. unser gemeinsames Füreinander-Einstehen in der »hirtenlosen« Vakanz-Zeit unserer Gemeinde.
Offen geblieben ist aus meiner Sicht, zumindest teilweise, eine stärkere Israel-Verankerung unserer Gemeinde, auch wenn durch die Zusammenarbeit mit Tor nach Zion e.V. der Verein durch öffentliche Einladungen zu Veranstaltungen und Reiseberichten im Newsletter schon verstärkt unterstützt wurde.
Was hat Dir in Deiner Arbeit richtig viel Spaß gemacht?
Grundsätzlich: wenn ich mit meinen Kernkompetenzen zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. ;-)
Ansonsten z. B. Korrekturen lesen, Lobpreiszeiten im KV übernehmen, mit Maya Freizeiten zu organisieren und für den »Herzensraum« zu sorgen, also die Umgebung so zu gestalten, dass man sich darin wohl fühlt. Für mich hat das viel mit liebevoller Dekoration und kulinarischer Versorgung zu tun. Allerdings war das Organisatorische nicht so meins. Das Gemeindegebet an sich hat mir auch viel Freude bereitet.
Was hat Dich herausgefordert? Wo bist Du an persönliche Grenzen gekommen? Was hat Dir dabei geholfen?
Herausgefordert hat mich alles, was in Gesetze gegossen ist und persönliche Entscheidungsfreiheit einengt; alles, was außerhalb meines Horizonts liegt bzw. mich überfordert, wie z.B. der jährliche Haushaltsplan mit seinen astronomischen Summen und vielen Bereichen und Projekten; alles, was eben nicht praktisch ist, sondern eher trockene Theorie, wie z.B. Ausschüsse und Strukturverband.
Geholfen hat mir die Einsicht, dass ich nicht für alles verantwortlich bin, sondern jeder sich mit seiner Gabe einsetzen kann. Deshalb habe ich auch, dank des neuen Blickwinkels, höchsten Respekt vor unseren Geschwistern, die sich seit Jahren mit Finanzen befassen oder stundenlang in irgendwelchen Ausschüssen sitzen.
Würdest Du sagen, dass Du in Deiner Amtszeit Gott näher oder anders kennengelernt hast?
Weder näher noch anders. Ich fand es aber sehr wohltuend, mich immer in Seiner Gegenwart zu wissen und aus Seiner Kraft zu schöpfen.
In gewissen Situationen kommen schon mal Zweifel, ob man wirklich an dem von Gott vorbereiteten Ort ist und ich sehe auf jede einzelne Ermutigung, die Er mir immer wieder geschickt hat, dankbar zurück.
Welchen Rat möchtest Du möglichen Kandidaten und neuen Kirchvorstehern auf den Weg geben?
Gerade als Berufstätiger sollte man den Zeiteinsatz nicht unterschätzen. Informiere Dich am besten schon vor der neuen Legislatur bei einem (oder mehreren) Kirchvorstehern, welche AGs bzw. offene Baustellen es gibt und mach Dir schon vorab Gedanken, in welche Richtungen Deine Interessen gehen und wo Du Dich mit Deinen Stärken am besten einbringen kannst.
Gibt es andere Bereiche in der Gemeinde, in denen Du Dich weiter engagieren wirst?
Durch mein Engagement im Kirchenvorstand ist mir in den letzten Jahren klar geworden, dass meine Stärken weniger im Leiten, sondern vielmehr im praktischen Dienen liegen. Ich denke, dass sich hier genügend Bereiche finden werden, wo ich gebraucht werde.
Danke, liebe Silke, für Deinen Dienst und das Interview!
Das Interview führte Beate Kortung mit Silke im Juni per E-Mail.