Interview mit Markus Holtz
26.08.2026 | Kirchvorsteher im Gespräch | Rückblick 2020 - 2026
Im September wird ein neuer Kirchenvorstand (KV) gewählt. Nach 6 Jahren Amtszeit ist das für die aktuellen Kirchvorsteher eine Gelegenheit innezuhalten, zurückzublicken und sich neu auszurichten. Bereits jetzt ist klar, dass einige aus dem höchsten Entscheidungsgremium der Gemeinde ausscheiden werden. In unserer Interviewreihe stellen wir Euch einige ausscheidende Kirchvorsteher und ihre Erlebnisse im Amt vor.
Lieber Markus, wie lange genau hast Du Dich im KV engagiert?
11 Jahre
Mit welchen Anliegen bist Du in den KV gegangen? Warum war Dir das damals wichtig?
Ich wurde vom damaligen Pfarrer ein wenig überredet, in den KV zu gehen. Im Nachhinein war es nicht günstig, als Mitarbeiter im KV zu dienen. Mir war damals die Missionierung ein wichtiges Hauptanliegen, eine Aufgabe, die ich auch in meinen verschiedenen Anstellungsverhältnissen in und um die Gemeinde forciert habe.
Welche Dinge sind gut gelungen und was ist aus Deiner Sicht noch offengeblieben?
Vieles von dem, was wir gemeinsam in puncto Mission versuchten, war nicht sehr nachhaltig. Einige kleine Früchte wie meine beiden ausländischen Patenfamilien, die wir in der Gemeinde tauften und die ich weiter geistlich begleite, erfreuen mein Herz dennoch. Gut gelungen war auch immer unser Dienst im Martinstift. In der späteren Zeit gab es einige dunkle und für mich orientierungslose Jahre, die auch mit meiner unter Punkt 2 genannten Doppelfunktion zusammenhingen. Ich danke da besonders meinem Mentor Klaus Bergmann, der mich in dieser Zeit begleitet hat.
Was hat Dir in Deiner Arbeit richtig viel Spaß gemacht?
Es war die gute Stimmung im KV trotz vieler Tagesordnungspunkte. In der Coronazeit habe ich frühzeitig versucht, soviel wie möglich analoge Face-to-Face-Formate nach den entsprechenden Möglichkeiten zu organisieren. Das war teilweise sehr actiongeladen, aber auch zufriedenstellend. So entstand z.B. der Freitagsgottesdienst. Auch das Werden unseres Montagsgebets in der Vakanzzeit war spannend.
Was hat Dich herausgefordert? Wo bist Du an persönliche Grenzen gekommen? Was hat Dir dabei geholfen?
Herausgefordert bin ich immer wieder vom Anspruch und der Wirklichkeit unseres Handelns. An meine Grenzen bin ich ganz klar in der Vakanzzeit gekommen. Im Rückblick ist es immer wieder die Gnade Gottes, die uns trägt. Auch mit Schuld, an der falschen Stelle geredet und an der richtigen Stelle nicht meinen Mund aufgemacht zu haben, darf ich dank des Evangeliums gut umgehen. Eine Auszeit von 10 Tagen 2024 im Schniewindhaus hat mir sehr gutgetan.
Würdest Du sagen, dass Du in Deiner Amtszeit Gott näher oder anders kennengelernt hast?
Das würde ich auf jeden Fall sagen. Die Herausforderungen meiner Amtszeiten haben dazu geführt, dass ich mich auf meinen geistlichen Hosenboden setzen musste und heute tiefer in der Schrift verwurzelt bin. Ich habe mich auch bewusst mit Inhalten anderer geistlicher Bewegungen als der unsrigen beschäftigt und so eine weitere und teilweise andere Sicht auf das Reich Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes bekommen.
Welchen Rat möchtest Du den neuen Kirchvorstehern mit auf den Weg geben?
Bitte, bitte seht Euren Dienst als geistliches Amt! Betet regelmäßig und kennt Eure Bibel und zieht aus i h r die Anweisungen für Eure Entscheidungen und Euer Handeln. Ansonsten 1. Tess. 5, 14!
Gibt es schon Pläne, in welchen Bereichen unserer Gemeinde Du Dich weiter oder neu engagieren willst?
Ich habe mich in den letzten 12 Jahren auf vielen Ebenen gleichzeitig im haupt- und ehrenamtlichen Gemeindedienst engagiert. Deshalb werde ich ein Sabbatjahr vom Ehrenamt in der Andreasgemeinde machen, um mich neu zu orientieren. Ich bleibe aber ansprechbar.
Danke, lieber Markus, für Deinen Dienst und das Interview!
Das Interview mit Markus führte Silke Faber im August per E-Mail.