Ein Jahr im Gemeindebüro
2. Oktober | Gemeindebüro
Ein Blick zurück und nach vorn
Seit nun einem Jahr schon ist Anika Hase im Gemeindebüro tätig und Ansprechpartnerin für viele Gemeindebelange. Mit Hilfe ihres Vorgängers und den Kolleginnen und Kollegen der anderen Gemeinden im Kirchspiel hat Sie sich in alle durchaus komplexen Prozesse einarbeiten können. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um mit ihr mal kurz zurückzuschauen.
Liebe Anika, beschreib Du doch mal Dein erstes Jahr in groben Zügen.
Mein erstes Jahr war geprägt von der Einarbeitung in die internen Prozesse des Gemeindebüros, mich persönlich ins Team zu integrieren und die Gemeindemitglieder kennenzulernen. Ich habe die Vernetzung im Schwesternkirchverhältnis kennengelernt, kenne jetzt die Struktur des Kirchbezirkes mit Regionalkirchenamt und Kassenverwaltung samt Ansprechpartnern. Ja, und allgemein habe ich meinem Arbeitstag eine Struktur gegeben, damit ich alles gut bewältigen kann.
Was waren Meilensteine für Dich?
Die Renovierung des Gemeindebüros, das ist ja auch noch nicht so lagen her. Ich erfreue mich jeden Tag an diesem neuen Glanz. Und es kommen immer wieder neue Highlights hinzu, zum Beispiel das Finden kleiner historischer Schätze im Gemeindearchiv. Nicht viele können auf eine 135-jährige Historie zurückschauen. Das ist schon toll.
Und was war Deine größte Herausforderung?
Ich habe ja vorher zwanzig Jahre im Gesundheitswesen gearbeitet und es ist definitiv eine Herausforderung sich in einen komplett neuen Bereich einzuarbeiten. Es gibt Schnittstellen zwischen beiden Verwaltungssystemen, aber auch große Unterschiede. Aufgrund des großen Wettbewerbsdruck im Gesundheitswesen wird die entsprechende Anwendersoftware fast quartalsweise aktualisiert und weiterentwickelt. Das läuft in der kirchlichen Verwaltung etwas anders. (grinst) Was nicht zwangsläufig heißt, dass die eine Verwaltung effizienter ist als die andere.
Dafür empfinde ich die positive und herzliche Atmosphäre im gesamten Kirchenbezirk als ein großes Geschenk. Diese Art von kollegialem Austausch schätze ich sehr.
Was ist das Spannende an Deinem Job?
Ich bin jetzt schon persönlich und beruflich an den vielschichtigen Aufgaben in der Gemeinde gewachsen. Bei einer Kirchenvorstandswahl hinter die Kulissen zu blicken, die zahlreichen Aufgaben der Pfarrhaus- und Gemeindehausverwaltung im Blick zu behalten oder die komplexe Haushaltssystematik. Es sind viele kleine Stellschrauben, die für einen reibungslosen Ablauf sorgen.
Hast Du Pläne für Dein zweites Jahr im Gemeindebüro?
Ich habe immer Pläne und Visionen. (lacht) Daraus ziehe ich meine Energie.
Ein Satz von Maria Prean prägt mich sehr und treibt mich an: „Gott hat Originale geschaffen, stirb nicht als Kopie“. Mein persönlicher Plan ist, nicht stehen zu bleiben, mich weiter zu entwickeln und mich immer ein Stück weit neu zu erfinden.
Du kennst die Gemeinde nun schon gut. Wenn eine Journalistin zu Dir käme und Dich um ein Statement zur Andreasgemeinde bäte, was würdest Du antworten?
Ich würde diese Person in die Gemeinde einladen, idealerweise zum Gemeindetag, denn da habe ich vor einem Jahr viele Gemeindemitglieder zum ersten Mal kennengelernt. Die besondere Atmosphäre dieser großen Gemeinschaft, der ungezwungene Austausch und schlussendlich auch der Duft der Reformationsbrötchen und das gemeinsame Essen haben in mir sehr nachgewirkt. Das Gemeindehaus war so voll und lebendig. Die Andreasgemeinde muss man einfach erleben!
Ich habe vor ein paar Jahren das Buch „Edenculture“ von Johannes Hartl gelesen und ein Zitat daraus ist mir in schöner Erinnerung geblieben und bringt es vielleicht auf den Punkt: „Die Nährstoffe des Menschlichen: Verbundenheit, Sinn und Schönheit.“ Die Andreasgemeinde ist ein besonderer Arbeits- und Wirkungsort für mich geworden.
Vielen Dank, liebe Anika, für das Interview.